Murray N. Rothbard

Leben

(* 2. März 1926 New York City; † 7. Januar 1995 ebenda); Der vielleicht bedeutendeste Mises-Schüler in der Neuen Welt wurde Murray N. Rothbard. Rothbard erlangte einen B.A. in Mathematik und einen Ph.D. in Volkswirtschaftslehre an der Colombia University. Währenddessen besuchte er in den 50er-Jahren Mises' Seminar an der New York University. Später war er Professor am Brooklyn Polytechnic Institute (1966-1986) und an der University of Nevada in Las Vegas (1986-1995). Bereits mit seinem zweibändigen, opulenten Frühwerk Man, Economy and State (1962) konnte Rothbard die Ansätze seines Lehrers insbesondere in den Bereichen der Geldtheorie, der Monopoltheorie sowie der Kapital- und Zinstheorie weiter vertiefen. In America’s Great Depression (1963) legte er mit fundierten wirtschaftstheoretischen und historischen Kenntnissen dar, über welche Kanäle die für den künstlichen Boom in den „Goldenen 20ern“ verantwortlich zeichnende Inflationierung vonstatten ging, die dann unvermeidlich im Börsencrash von 1929 mündete. Mit dieser Deutung widersprach er der heute noch vorherrschenden, keynesianisch gefärbten Interpretation des „Schwarzen Donnerstag“. Mit seinem zweibändigen, dogmenhistorischen Werk An Austrian Perspective on the History of Economic Thought (1995) legte Rothbard eine umfassende ökonomische Theoriegeschichte aus dem Blickwinkel der Austrians vor. Neben seiner Lehrtätigkeit in New York und Las Vegas verfasste er weit über tausend Artikel und 25 Bücher, darunter auch Arbeiten zur politischen Philosophie und Naturrechtsethik. Als politischer Agitator kritisierte er scharf die aggressive Außenpolitik der USA, die Ausdehnung des Staates sowie die Beschneidung grundlegender Freiheitsrechte und entwickelte sich zu einem radikalen Vertreter der libertären Bewegung, der seine pazifistische Grundhaltung jedoch stets beibehielt.