Willkommen

Das Institut für Wertewirtschaft ist eine Schule im klassischen Sinn: Schule leitet sich ab von scholé, griechisch für Muße. Es handelt sich um einen Ort der Muße, um den Dingen auf den Grund zu gehen, eine Tradition freier Forschung und Lehre, sowie eine Zunft unabhängiger Gelehrter, die ihre Wahrheitsliebe (philosophía) eint. Das Institut wurde von einer Gruppe kritischer Köpfe begründet, die aus den unterschiedlichsten Fachbereichen entstammen, hat seinen Sitz in Wien, konzentriert seine Arbeit aber auf den gesamten deutschsprachigen Raum. Es ist eines der wenigen vollkommen unabhängigen wissenschaftlichen Institute. Wir analysieren die Krise der Gegenwart und suchen Antworten auf wesentliche Fragen unserer Zeit. Dabei scheuen wir Utopien, Modetrends, Ideologien und jedes einseitige Schönreden von Problemen und verfolgen einen nüchternen, aber positiven und sinnorientierten Zugang.

Schule?

Lassen Sie sich vom ersten Eindruck dieses Wortes nicht beirren. Heutige Schulen sind meist staatliche Gebäude, in denen Gleichaltrige zusammengesperrt werden, um sie der Lehrplanwirtschaft auszusetzen. Sie haben mit ihrer ursprünglichen Bedeutung nichts zu tun. Wenn man im Hamsterrad steht, hilft es nichts, die Geschwindigkeit zu erhöhen. Wir versuchen, dem Trubel, dem Wahnsinn, der Hetze, dem drängenden Pragmatismus der Gegenwart Räume der Muße abzuringen. Das ist die erste und wichtigste Aufgabe des Gelehrten: der Muße und den Musen Platz zu schaffen. Eine wirkliche Schule steht außerhalb der Zeit, wirkt entschleunigend, um Orientierung zu finden. Schule im ursprünglichen Sinn, als Inbegriff der Muße, hat drei Bedeutungen, die wir zu leben versuchen: Als Schulen bezeichnete man Denktraditionen, Zusammenschlüsse von Gelehrten und Orte für das mußevolle Lernen, Lehren, Denken und Schaffen.

Tradition?

Die Wortwurzel der Tradition ist das Weitergeben: Nicht stur an Bestehendem festzuhalten gilt es, sondern Wertvolles mit neuem Leben zu erfüllen und Verlorenes wiederzugewinnen, was aber nicht ausschließt, auch bislang unbetretene Pfade mutig zu begehen und ungeahnte Wege zu weisen. Die Erkenntnissuche ist eine alte Tradition, die Erkenntnisliebende über Generationen und über den Erdkreis miteinander verbindet. Auf diese Weise gelingt oft das Unmögliche: über den Tod hinaus zu lehren und Menschen anzusprechen.

→Tauchen Sie ein in die Tiefe einer alten Tradition des Nachdenkens über die Welt und den Menschen.

Zunft?

Die Wortwurzel der Zunft ist das Zusammenfügen. Heute gibt es nur noch wenige unabhängige Gelehrte, die selbständig tätig sind und nicht in großen Institutionen im Sold von Bürokratien dienen. Unser Institut entstand aus der Fügung, daß sich einige solcher selbständigen Denker zusammentaten, um voneinander zu lernen und miteinander zu wirken. Die ursprüngliche Universität war eine solche Zunft, die universitas magistrorum et scholarum, eine Gemeinschaft selbständiger Lehrer und Schüler. Wir, die wir zugleich Lehrer und ewige Schüler sind, belassen es keineswegs dabei, die "Meinungen" der anderen bloß zu tolerieren; wir streiten leidenschaftlich über die Wahrheit. Dieses Streiten um Erkenntnis stiftet echte Freundschaft - und es ist kein Zufall, daß die Freundschaft (philía) im Wort Philosophie enthalten ist.

→Lernen Sie die unabhängigen Denker kennen, die im Institut Muße finden, eine Tradition am Leben halten und ihre Werke vorstellen.

Ort?

Die Wortwurzel von Ort ist die Spitze: Der kleine Punkt, auf den ein großer Berg hinausläuft; eine aufragende Insel im Ozean der Sinnleere, die Boden unter den Füßen verspricht. Der gute Gelehrte leistet Ortung, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. An jenem Punkt, an dem unsere Schule ins Räumliche reicht, bauen wir an einem Ort, an dem sich Erkenntnisliebende zuhause fühlen. Abseits des Wahnsinns der Welt hüten wir dort geistige Schätze, wagen intellektuelle Abenteuer und begegnen mutigen Weggefährten.

→Besuchen Sie uns an diesem Ort und schöpfen Sie Kraft in dieser kleinen Oase der Erkenntnis.

Wertewirtschaft?

Unserer Schule fiel der Name "Institut für Wertewirtschaft" zu. Dieser Zufall ergab sich aus unserer Wahrnehmung, daß die Menschen heute in einer Art Haßliebe zur Wirtschaft gefangen sind: Wenn vom Geld die Rede ist, spitzen die meisten ihre Ohren. Weil ihnen das aber peinlich ist, geben sie vor, die Wirtschaft mit allerlei "Werten" belehren und so gleichsam fesseln zu wollen. Es ist eine regelrechte Wertewirtschaft, die den armen Werten da angetan wird: Politiker bewirtschaften die Werte in ihren Reden, Interessensgruppen bewirtschaften sie bei ihrem Lobbying, Ideologen bewirtschaften sie, um ihr Einkommen auf Kosten anderer zu legitimieren. Wir sind keine Zyniker, doch als praktische Philosophen und philosophierende Ökonomen studieren wir schon lange die Erscheinungen unserer Zeit, und das in aller gebotenen Nüchternheit. Dabei beobachten wir, daß viele über Wirtschaft sprechen und noch mehr darüber nachdenken, und dabei so tun, als wären Werte ein Freizeitvergnügen, das den Galas nach Feierabend vorbehalten ist, bei denen Politiker, Manager und Experten schöne Worte wälzen und Schecks überreichen. Darüber hinaus wächst die Zahl derer, die von anderen lautstark "Werte" einfordern, ohne sich selbst die Muße zu nehmen, deren Wirken und Wirtschaften wirklich zu verstehen. Das sind die Bedenken-Träger, die höchst selten für andere Werte schaffen, die freiwillig nachgefragt werden, hingegen meist nur als Besserwisser an der von ihnen gegeißelten "Wirtschaft" mitverdienen wollen. Darum war es für uns naheliegend, unsere Schule zunächst als eine Brücke zu verstehen, die über die vermeintliche Kluft zwischen der eigennützigen "Wirtschaft" und den eingeforderten "Werten" zu bauen ist. Ökonomie ist dabei freilich nur ein Teil, aber angesichts des ökonomischen Analphabetismus ein sehr wesentlicher Teil des Nachdenkens über die Welt.

→Tauchen Sie ein in die Tiefe einer alten Tradition des Nachdenkens über die Welt und den Menschen.